Kriegsgefangener als Schwerverbrecher: General Orlando Villavicencio

Am 8. März ergab sich für uns die Gelegenheit, in der CUJAE den kubanischen Kriegshelden General Orlando Villavicencio bei der Vorstellung seines neuen Buches zuzuhören. Kernthema des Vortrags: Villavicencios Zeit in somalischer Kriegsgefangenschaft.

In seinem ersten Einsatz im Ogadenkrieg (zwischen Äthiopien und Somalia) geriet sein Einsatztrupp in einen Hinterhalt. Er wurde als einziger Überlebender gefangengenommen. Villaviciencio berichtete, dass er als Schwerverbrecher und nicht als Kriegsgefangener behandelt und er unter schrecklichen Bedingungen festgehalten wurde. Diese Verhältnisse gingen von schlechter Ernährung, über mangelnde medizinische Versorgung, bis zum fortwährenden psychischen Terror, dem er ausgesetzt wurde. Insassen in der Zelle gegenüber seiner wurden gefoltert, danach bekam er sie nie mehr zu Gesicht. Was ihm am meisten zu schaffen machte, so der heutige General, war die komplette Isolation vor der Außenwelt. Aus welchen Gründen man ihn letztendlich nach fast elf Jahren wieder freiließ, weiß er bis heute selbst nicht. 

Nach seiner Gefangenschaft ging er seiner Passion des Schreibens nach, auch ein Mittel, um sein Trauma zu verarbeiten. Als Buchautor wurde er zu einem Treffen mit dem berühmten kolumbianischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez eingeladen. Auch Raúl und Fidel Castro waren anwesend. Durch das Gespräch mit Fidel, Raúl und Marquez wurde ihm bewusst, dass man ihn nicht im Stich gelassen hatte und alle diplomatischen Mittel in Bewegung gesetzt wurden, um ihn aus der Gefangenschaft herauszuholen. Die Revolution lässt niemanden zurück.  

Dieser Artikel ist von Oskar und Gabriel.

 

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