Blockade

Pablo Miguel García, 22, Artemisa, Provinz: Pinar del Río

Aus der Beitragsreihe zur Pandemie auf Kuba: Pablo Miguel García, 22, Artemisa, Provinz: Pinar del Río

Wir Kubaner*innen befinden uns in einer schwierigen epidemiologischen Situation, jeden Tag werden ca. 800 neue Corona-Fälle gemeldet: gemessen an der Einwohnerzahl eine hohe Quote. Dennoch befolgt die Mehrheit der Menschen die etablierten Maßnahmen, andere weniger. Alle angesteckten Patient*innen werden unverzüglich behandelt und viele der positiv getesteten Kontakte werden in die Isolationszentren geschickt, um dort versorgt und überwacht zu werden. Wir haben eine erste Etappe hinter uns gebracht, in der man es schaffte, die Zahl der positiven Fälle auf nahe Null zu reduzieren, wir erreichten so zwischenzeitlich eine neue Normalität.

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Weißes Gold

In einem der vorherigen Artikel unseres Blogs hat Pablo sich mit der Rolle des Zuckers in der kubanischen Gesellschaft auseinandergesetzt („Kubanische Kristalle“). Neben generellen Erläuterungen zu gesundheitlichen Risiken, die ein erhöhter Konsum mit sich bringen kann, wurden Zahlen zum Zuckerverbrauch auf Kuba und dem prozentualen Anteil an DiabetikerInnen in den Kontext gesetzt. Außerdem fand in den Artikel die wirtschaftliche Bedeutung der Zuckerproduktion für den kubanischen Staat Eingang.

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Von Sündern und Vorreitern – das Thema Nachhaltigkeit in der kubanischen Gesellschaft

Vor mir eröffnet sich das Panorama der Stadt, in der ich nun schon mehrere Monate lebe und die ich mit all ihren Eigenheiten bereits lieb gewonnen habe. In meinem Rücken befindet sich eine etwa 20 Meter hohe Statue, die stark an den „Christo Redentor“ Rio de Janeiros erinnert und durch ihre erhöhte Position östlich der Hafeneinfahrt den Besucher_innen einen genialen Blick über die Altstadt gewährt. Doch nicht nur die Sicht, sondern auch die Luft lässt mich an diesem Ort verweilen. Während mir der Wind eine willkommene Erfrischung zu den sommerlichen Temperaturen des kubanischen Winters bereitet und ein leichter Geruch von Meersalz in meine Nase steigt, vergesse ich für kurze Zeit die unangenehmen Seiten meines Aufenthaltes in dieser so einzigartigen Stadt. 

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In jedem Stadtviertel Revolution!

Foto: Wikimedia Commons

Zu Gast beim CDR

Ich stehe auf dem Schulhof der örtlichen Grundschule, etwa 10 Minuten Fußweg von unserer Uni,  der CUJAE, entfernt. Die Klassenräume sind geschlossen, die Sonne geht unter. Mit mir sind etwa 70 weitere Personen, unter ihnen auch einige politische Funktionäre, gekommen, um an der heutigen Veranstaltung des CDR teilzunehmen. CDR steht für „Comité de Defensa de la Revolución“, also für „Komitee zur Verteidigung der Revolution“ und ist die überall existierende Nachbarschaftsvereinigung Kubas. Der Wahlspruch dieser Organisation lautet: „En cada barrio revolución!“  (In jedem Stadtviertel Revolution!).

Die heutige Veranstaltung informiert zum völkerrechtswidrigen Helms-Burton Act der USA, über den bereits an dieser Stelle unter Berücksichtigung der Positionierung der Europäischen Union geschrieben wurde und wird von unserem Proyecto-Koordinator, in seiner Funktion als Mitglied des örtlichen CDR, moderiert.

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Die Europawahl und Kuba

Am 26.05.2019 wird das Parlament der Europäischen Union gewählt. Ein alle fünf Jahre stattfindender, für viele Wahlberechtigte eher uninteressanter Akt. Desinteresse, Resignation und die Ablehnung des neoliberalen Systems der EU können Beweggründe sein, sich der am Sonntag stattfindenden Wahl zu enthalten. Es scheint sich ja sowieso nichts zu bewegen. Die Menschen in der EU und ihren 28 Mitgliedsstaaten sind weitestgehend entsolidarisiert, das hauptsächlich Verlierer produzierende Wirtschaftssystem ist gefestigt, der Parlamentarismus an sich droht vor dem Hintergrund von privaten Schiedsgerichten und Freihandelsabkommen ohnehin zur gut bezahlten Beschäftigungstherapie für Berufspolitiker zu verkommen.

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#NoMásBloqueo!

Am 31.Oktober 2018 wurde zum 27ten Mal in der UN abgestimmt, ob die Blockade, die von den USA Kuba seit 1960 offiziell auferlegt wurde, beseitigt werden soll. Für die CUJAE, die Universität an der wir studieren, bedeutete dies einen riesigen Aktionstag, auf dem die Studierenden mobilisiert wurden, sich gegen die Blockade auszusprechen, die im Alltag aller kubanischen Bürger*innen ein großes Ausmaß hat. Nicht nur dass keine US-Amerikanische Firma oder Tochtergesellschaft Handel mit Kuba betreiben darf. Allen Firmen und Nationen, die mit den USA in wirtschaftlichen Beziehungen stehen, drohen Sanktionen von den USA, wenn sie mit Kuba Handel treiben, Kuba darf nicht mit dem Dollar handeln und kein Produkt, das mehr als 3% in Nordamerika produzierte Bestandteile hat, darf nach Kuba exportiert werden. Darunter fallen sowohl Ressourcen, die für die wirtschaftliche Entwicklung und Unabhängigkeit Kubas von Bedeutung sind wie Maschinen für die Industrie als auch lebensnotwendige Ressourcen wie Medikamente und medizinische Werkzeuge. Deshalb ist die UN Abstimmung von großer Relevanz und Bedeutung für die kubanische Bevölkerung.

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