Aus der Beitragsreihe zur Pandemie auf Kuba: Ein Bericht von der Isla de la Juventud

Die folgenden Zeilen haben uns von der Isla de la Juventud erreicht. Der Autorin, eine Kubanerin, ging es um die Erwähnung einiger kubanischer Kuriositäten. Auch wenn diese subjektive Darstellung außerhalb Kubas für Irritationen sorgen mag, dokumentiert sie eine Alltagswahrnehmung, die wir euch im Rahmen unserer Serie authentischer Berichte nicht vorenthalten wollen.

Das Coronavirus hat es geschafft, einem jeden System Risse zu verpassen. Sogar hier, wo es Dinge aus vergangenen Welten gibt, wo manchmal das Absurdeste zugleich das Normalste sein kann, Bankkonten, wo der Eigentümer des Kontos nicht über das Geld verfügt und die besten Produkte mit Karten und dem konvertiblen Peso gekauft werden.

Der Taxifahrer fährt nicht dorthin, wohin man will, die staatliche Telekommunikationsfirma macht Angebote zur Wiederaufladung von Datenvolumen und Telefonie für all jene, die keine Verträge mit ihr haben und im Ausland leben. Wo die Busse keinen Fahrplan haben und man zumeist lange Stunden warten muss; wo die Metzger kein Fleisch verkaufen, wo die Wirtschaft seit der Reform der Gehälter gewachsen ist und es umgekehrt manchmal nichts zu wirtschaften gibt, wo das Glücksspiel nicht existiert und dennoch alle Lotto spielen, wo es mehrere Währungen gibt, aber die ausländischen Währungen am wertvollsten sind, wo man in Schlangen wartend nicht weiß, was man kaufen wird; oder man viel Geld hat und sich nicht das Gewünschte kaufen kann.

Wo ein modernes Auto aus dem Jahr 1998 ist, wo in den internationalen Apotheken nationale Medikamente verkauft werden. Eine Insel, auf der es schwierig ist, Fisch zu kaufen. Ein Ort, an dem niemand der hinduistischen Religion angehört und die Kuh trotzdem heilig ist. Seit dem ersten Januar 2021 stiegen die Gehälter, aber es gibt nur wenig zu kaufen. 

Der Sonderbezirk Kubas, die Isla de la Juventud, hat große Errungenschaften wie kostenlose Bildung und Gesundheit vorzuweisen. Es ist eines der höchsten Ziele vor Ort, Covid-19 hinter sich lassen zu können, u.a. mit Maßnahmen und Behandlungen auf dem Niveau entwickelter Länder.  Es ist ein Ort, an dem man sorglos um drei Uhr morgens auf der Straße unterwegs sein kann; wo Kinder in ihrem Block spielen können, ohne Furcht, dass ihnen etwas passieren könnte. Und wo es kein Kreuzfeuer in keiner Örtlichkeit gibt: Die Sicherheit in den Straßen ist gewährleistet. 

Und dennoch: Es bleibt einiges zu tun.

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