ECO-mujeres – Von Freundschaft und Solidarität

ECO-mujeres von Freundschaft und Solidarität

Interview mit einer Frau aus Consulación del Sur, sie ist Mitglied der Gruppe ECO-mujeres.

Was sind die ECO-mujeres und wann habt ihr euch gegründet?
Die Gruppe wurde am 6. Februar 1996 gegründet, wir werden also 30Jahre alt!
Dieses Jahr, am 8. März, feiern wir unser 30-jähriges Jubiläum.
Sie wurde von einer Gruppe deutscher Frauen und einer Gruppe von Frauen aus Pinar del Río gegründet. Diese Gruppe arbeitet schon seit vielen Jahren zusammen. Wir sind vereint in Solidarität für eine bessere Welt, die möglich ist.

Was macht ihr in euerer Arbeit, was sind eure Projekte?

Im Bereich Ernährungssouveränität haben wir viel für die Schulgärten und Obstgärten getan. Die meisten Projekte der ECO-Mujeres sind in Consolación und Pinar del Río, weil der Großteil der Gruppe dort ansässig ist. Wir haben zum Beispiel mit einer Tierauffangstation zusammengearbeitet, diese hat uns unglaublich unterstützt. Sie haben Schulmaterialien, Werkzeuge für Landwirtschaft und Anbau, Saatgut und Spenden in unterschiedlichem Umfang beigesteuert. Wir veranstalten Landwirtschaftsmärkte, auf denen Produkte aus den eigenen Gärten zu erschwinglichen Preisen verkauft werden. Dafür werden auf den Landstücken um die Häuser herum Obstbäume, Gemüse und Heilpflanzen angebaut. Diese werden dann untereinander getauscht. Oder aber zu günstigeren Preisen verkauft, so dass die Menschen es sich leisten können. Wir organisieren auch Naturerkundungen an verschiedenen Orten. Wir veranstalten umfangreiche Schulungen für die Bevölkerung zum Umgang mit dem Klimawandel. Wir sind beispielsweise sehr stark von Zyklonen betroffen. Dort bereiten wir die Bevölkerung darauf vor, wie sie sich im Falle eines Zyklons oder Erdbebens verhalten soll. Obwohl diese hier nicht sehr stark sind, gibt es Erschütterungen und seismische Aktivitäten.


Wo ist die Gruppe ansässig und wie organisiert ihr euch?
In Consolación del Sur und Pina del Río gibt es jeweils eine Art Ortsgruppe. Aufgrund der Treibstoffknappheit und der fehlenden Mobilität arbeiten wir getrennt, in festen Gruppen, die an die Wohnorte der Mitglieder gebunden sind.

Die ECO-mujeres bestehen nicht nur aus den kubanischen Gruppen, wie sieht die internationale Solidarität, die die Gruppe lebt, aus?
Wir erleben schwere und leichte Zeiten gemeinsam, wie ich gerne sage. Wann immer es die ECO-mujeres können, laden sie eine von uns zu einer Reise nach Deutschland ein. Dort tauschen wir uns mit verschiedenen Gruppen, Vereinen und der Botschaft aus. Wir veranstalten öffentliche Events in den Gärten und mit anderen Gruppen.
Immer wieder kommt eine Gruppe ECO-mujeres aus Deutschland und aus anderen Ländern, die es sich leisten können, nach Kuba. Wenn sie kommen, besuchen wir agroökologische Höfe, auf denen eine Kultur gesunder Lebensmittelproduktion praktiziert wird. Komplett biologisch, ohne Düngemittel; alles basiert auf ökologischer und nachhaltiger Landwirtschaft. Wir veranstalten Solidaritätstreffen, auf denen Umweltprojekte vorgestellt werden. Die
Teilnehmenden kommen aus verschiedenen Ländern, aus verschiedenen Provinzen Kubas und von verschiedenen Institutionen. Das sind wunderbare Zusammenkünfte – Treffen zum Austausch von Ideen, Saatgut, Setzlingen, Erfahrungen und unternehmerischen Projekten. Und so sind wir vorangekommen, immer vorwärts, durch Solidarität, durch Schwesterlichkeit, durch Sorge für die Umwelt, durch Biodiversität, durch den Kampf gegen den Klimawandel.

Was macht die Gemeinschaftsgartenbewegung, von der ihr teil seid, aus?
Wir haben hier in Consolación und Montequín sowie in Pinar del Río, zusammen mit Rosa, eine Gemeinschaftsgartenbewegung viele Gärten. Hier in Consolación gibt es 359 Gärten, die von Frauen bewirtschaftet werden. Aktuell betreuen 15 Menschen mit Behinderungen und motorischen Einschränkungen Gemeinschaftsgärten. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis Dezember dieses Jahres, 2026, im Jahr des 30-jährigen Jubiläums der ECO-mujeres, 30 weitere von Frauen bewirtschaftete Gärten zu haben.


Mit welchen Organisationen arbeitet ihr zusammen?
Wir haben Vereinbarungen und Partnerschaften, Kooperationen mit vielen anderen Projekten. Mit internationalen Projekten wie Esmicota, mit lokalen Projekten und mit kommunalen Projekten und Netzwerken wie CEPRODESO und dem Lutherischen Zentrum, sowie dem Netzwerk MAPAVERDE. Ich leite den MAPAVERDE-Bereich in der westlichen Region, von Cabo San Antonio bis Matanzas.So gewinnen wir an Einfluss, so entwickeln wir uns weiter und helfen uns immer gegenseitig.


An welchen Projekten arbeitet ihr aktuell?
Ich nenne dir ein kleines Beispiel. Die Solar-Lampen: Unsere deutschen Freundinnen kennten die Energiesituation, die herrscht. Deshalb brachten sie für jede Eco-Frau eine solche Lampe mit. Das war sehr schön, denn wir mussten nicht darum bitten. Sie kannten, dass es ein Problem gibt, und kümmern sich um uns. So wie wir uns auch um sie kümmern.Und das neueste, aktuellste und bekannteste Projekt ist die Photovoltaikanlage auf dem Gelände der Universität in Consulación del Sur.
Und wir machen weiter, vereint, bis zum Schluss.

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