„Resiliencia“ – Die Widerstandsfähigkeit des kubanischen Volkes

Nach unserer Ankunft hier auf Kuba ist uns direkt unser erstes Problem begegnet: Das Einrichten unserer neuen kubanischen SIM-Karten. Am Abend nach unserer Ankunft saßen wir zusammen mit unserer Vermieterin in der Küche im Dunkeln (weil schon den ganzen Tag Stromausfall war) und haben verzweifelt versucht es hinzukriegen bei uns allen unsere SIM-Karten zu aktivieren. Nachdem wir alles versucht hatten, was uns einfiel, unsere Vermieterin sogar noch mehrere Bekannte angerufen hat, die sich vielleicht besser auskannten und trotzdem nichts funktioniert hat wollten wir ein wenig enttäuscht schlafen gehen. Bevor wir gingen, sagte sie nur zu uns „Resiliencia“. Nachdem wir sie alle fragend anschauten, erklärte sie dann, dass dieser Begriff von dem Durchhaltevermögen und der Widerstandsfähigkeit der Kubaner erzählt. Sie sagte, dass egal wie unlösbar ein Problem auch scheint oder wie weit ein Ziel noch entfernt ist, darf man nie resignieren oder aufgeben. Man kann es sich auch wie eine lange Treppe vorstellen, von der man das Ende vielleicht noch nicht sehen kann aber man weiß dass es da ist und wenn man weiter geht, wird man es auch erreichen. Genauso unerreichbar wie das Ziel der kubanischen Unabhängigkeit für Fidel Castro und die 12 Rebellen in den Bergen damals vielleicht erschien die alleine einem gesamten Militär gegenüberstanden, mag das Ziel einer funktionierenden SIM-Karte und Internet einem heute erscheinen, aber wie sich damals gezeigt hat ist es keine Option aufzugeben. Am nächsten Tag hat unsere Vermieterin dann ihren Onkel dazu geholt, um das Problem zu lösen und nach einiger Zeit funktionierte dann auch das letzte Handy wieder. Das war im Grunde unsere erste Lektion, die wir hier erleben durften und genau von dieser „Resiliencia“ der Kubaner, handelt auch dieser Artikel.

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Ankunft und erste Woche

Bienvenidos a Cuba

Strahlende Sonne, Palmen im Hinterhof, Cocktails am Strand und immer mindestens 20 Grad und das alles in einem sozialistischen Land…

Das hört sich nach einem absoluten Traum an. Vor allem wenn man im kalten Deutschland bei Minusgraden friert. Seit Monaten fieberte unsere kleine Gruppe nun darauf hin, all das endlich am eigenen Leib zu erfahren. Und dann, am 01.02.2026 war es endlich so weit: Wir drei sind auf Kuba gelandet.

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Wirtschaftsreformen auf Kuba

Unsere Proyecto-Gruppe ist fast fertig und wir fliegen bald zurück! Zum Abschluss habe ich eine kleine Arbeit geschrieben und sie an der Uni vorgestellt. Das Thema meiner Arbeit sind die kubanischen Wirtschaftsreformen. Für alle, die es interessiert, teile ich sie hier auf dem Blog. Viel Spaß damit 🙂

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Kubas Energiekrise

Gerade noch ein paar lustige Videos auf YouTube gekuckt und plötzlich gehen alle Lichter aus, oft gefolgt von einem hörbaren Seufzen oder Fluchen aus der Nachbarschaft. Solche Momente sind während unseres ca. 7 monatigen Aufenthalts hier auf Kuba leider keine Seltenheit. Geht der Strom wieder an, ist lautes Jubeln zu höhren. Nie hätten wir geglaubt, eines Tages mal froh darüber zu sein, dass wir nach Hause kommen und es Strom gibt. Tatsächlich ist die dauerhafte Verfügbarkeit von elektrischem Strom keine Selbstverständlichkeit, wenn man die ganze Welt betrachtet.

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Religion auf Kuba (Teil 2 von 2)

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer Reihe über die Religionen Kubas. Dieser Teil beschäftigt sich damit, welche Beziehungen Religion und Politik in der kubanischen Geschichte hatten. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Verhältnis zwischen der Kubanischen Revolution und den Religionen des Landes.

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Religion auf Kuba (Teil 1 von 2)

Wer sich längere Zeit auf den Straßen Havannas aufhält, wird nicht an den unterschiedlichsten religiösen Ausdrucksformen vorbeikommen. Menschen verkleiden sich mit bunten Kostümen und tanzen zum Klang von traditionellen Instrumenten. Unzählige Leute tragen Halsketten oder Armbänder aus bunten Perlen, um sich von ihrem Heiligen schützen zu lassen. Am Straßenrand werden Figuren von katholischen Heiligen neben Schmuck und Kleidung aus afrikanischen Religionen verkauft. Und nicht zu vergessen die etlichen historischen Kirchen, die das Stadtbild prägen.

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Von UN-Resolutionen und Staatenbündnissen

Der Artikel kommt aufgrund mehrerer Hurrikane und landesweiten Stromausfällen mit etwas Verspätung. Die erwähnten Daten liegen mittlerweile etwas länger zurück als im Text erwähnt.

Das ‚Wirtschafts-, Handels- und Finanzembargo‘ bzw. die US-Blockade gegen Kuba besteht seit nun schon 62 Jahren und kann als die umfassendste Wirtschaftsblockade gegen einen Staat angesehen werden. Die US-Blockade besteht aus einem Netz verschiedener – aus völkerrechtlicher Sicht – höchstfragwürdiger Gesetze, die es Drittstaaten verbieten mit Kuba zu handeln und es gleichzeitig US-Behörden erlaubt wichtige Einnahmequellen von Devisen (= Geld in einer ausländischen Währung) für Kuba einzuschränken und zu sperren. Die Wirtschaftsblockade „gilt als primärer Faktor und als Haupthindernis für die Entwicklungsprobleme der [kubanischen] Gesellschaft.“ (Amerika21) Ihr Ziel ist es Unzufriedenheit, „Hunger und Verzweiflung und den Sturz der Regierung“ (Department of State) herbeizuführen, wie aus Originaldokumenten der US-Regierung aus den 60er Jahren hervorgeht.

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Das kubanische Theater

Im Teatro Trianón, einem der vielen Theater Havannas, haben wir ordentlich zu staunen, während wir das Theaterstück „Requiem por Yarini“ sehen. Es ist eines der Klassiker des kubanischen Theaters und spielt im Kontext der Prostitution, die in vorrevolutionären Zeiten leider viel zu weit verbreitet war. Der Hauptcharakter, der Zuhälter Yarini, dessen Liebe zu einer Frau aus Santiago ihn am Ende umbringt, ist einer echten Persönlichkeit nachempfunden: Alberto Yarini, dem bekanntesten kubanischen Zuhälter und zu seiner Zeit Symbol des Landes, der 1910 von einem Konkurrenten getötet wurde. Neben der historischen Komponente webt das Stück Rituale und Götter der auf Kuba verbreitetsten Religion, Yoruba, ein, die sich als wahre Triebkräfte hinter den Geschehnissen des Stückes offenbaren; somit ist das Werk prall gefühlt mit kubanischer Kultur und Geschichte. Wir sind beeindruckt vom aufwendigen Bühnenbild, von den Kostümen und von der riesigen Leidenschaft, mit der die Schauspieler:innen die Charaktere verkörpern.

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Die erste Woche in Havanna

Nachdem das Proyecto Tamara Bunke zwei Jahre stillgestanden ist, ist Anfang September endlich eine neue Gruppe von Frankfurt nach Havanna geflogen! Schon bevor es losging, haben sich am Vortag einige von uns in Frankfurt getroffen, damit wir uns schonmal kennenlernen können und vor allem am nächsten Tag nicht so viel Stress haben. Dabei wurde einiges aus Koffern ins Handgepäck verlagert und mehrmals umgepackt, damit jeder Koffer unter den magischen 25 kg bleibt. Am nächsten Tag waren wir dann endlich vollzählig und abflugbereit. Am Flughafen angekommen, haben wir das Spendengepäck – medizinische Ausrüstung aller Art – bekommen, haben eingecheckt, sind durch die Sicherheitskontrolle und sodann auch schon in den Flieger gestiegen. Einen Katzensprung später waren wir in Havanna.

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