Martin

Für einen Martí durch Havanna

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Meine Schuhe sind immer noch eklig klebrig von dem Teer, der einfach über die Straße gekippt wurde. Die Straße absperren, wenn man sie erneuert? Das erscheint mir inzwischen seltsam fremd. Auf Kuba werden Baustellen nicht abgesperrt. Man kann einfach so über die zu erneuernde Straße fahren oder laufen und sich mit seinen Fußabdrücken im Pflaster verewigen. Ich befinde mich an der Bushaltestelle der CUJAE, der technischen Uni von Havanna, nicht ahnend welche wunderschönen Erfahrungen mich heute erwarten werden. Selbst nach vier Wochen Kuba bleibt jeder Tag einzigartig. Obwohl mein Terminkalender vollgestopft ist mit Artikelbesprechungen, kulturellen Veranstaltungen, Gruppentreffen und Spanischunterricht und meine deutschen Terminorganisationsmethoden für die neue kubanische Realität nicht mehr angemessen scheinen, so lebe ich doch irgendwie viel mehr von Tag zu Tag, von Moment zu Moment. Abgetrennt vom mobilen Internet ist eine Minutengenaue Taktung des Tagesablaufs ohnehin nicht möglich und Hitze und Luftfeuchtigkeit sorgen dafür, dass man mehr auf die Energiereserven des Körpers achten muss.

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9 Tage Fidel – Keiner lebt allein

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Es ist Mittwoch, neun Uhr morgens. Ich bin völlig fertig. Nicht, weil ich so verdammt früh aufstehen musste, ein Akt der mir in Deutschland nur schwerlich möglich gewesen war, nein, ich bin noch immer wach. Total verschwitzt, total verpeilt, total durch. Weiße Schweißflecken zeichnen meine Kleidung. In einer Hand ein Eis haltend, in der anderen, betont weg vom Eis haltend, eine kubanische Flagge. Auf Halbmast natürlich. Nein, dies ist keine epische Suffgeschichte, sondern Teil einer Liebesgeschichte, meiner Liebe zu einer Idee, einer Idee von einer besseren Welt, von der Revolution.

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